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Kreditmanagement
Zertifizierung steigert Rating
Zertifizierung steigert Rating
Forderungsausfälle vermeiden, Außenstände senken und Liquidität sichern: Ein geschicktes Credit Management kann
entscheidend zur Sicherung und Wertsteigerung eines Unternehmens beitragen. Die (organisatorische) Qualität dieser
Abteilung ist deshalb von zentraler Bedeutung.
"Anspruch und Wirklichkeit klaffen in vielen Unternehmen aber noch weit
auseinander", hat beispielsweise Dr. Bernd Weiß, Professor für Finanzwirtschaft und Controlling, der Fachhochschule
Bochum festgestellt. Hilfestellung bietet der Verein für Credit Management (VfCM): Zusammen mit seinen Mitgliedsunternehmen hat er
entsprechende Mindestanforderungen für das unternehmerische Credit Management (MaCM) entwickelt. Als
Zertifizierungspartner wurde der TÜV-Rheinland gewonnen.
Die Mindestanforderungen gliedern sich in sechs Unterpunkte und insgesamt 120 konkret beschriebene Anforderungen.
Hinsichtlich der "Organisation" muss beispielsweise gewährleistet sein, dass die Credit Management-Abteilung vom
Vertrieb unabhängig ist. Die Mitarbeiter der Abteilung – der zweite Punkt – müssen über die erforderliche
Qualifikation verfügen. Im Bereich "Steuerung" muss das Unternehmen Kennzahlen festlegen wie "Days Sales Outstanding"
(DSO) oder einen prozentualen Anteil der Forderungsausfälle am Gesamtumsatz. Für den Fall, dass die geplanten Ziele
nicht erreicht werden, müssen entsprechende Maßnahmen erarbeitet werden.
Prozesse optimieren
Den größten Umfang der MaCM nimmt der Bereich "Prozesse" ein: Er besteht aus 15 Einzelpunkten. Die Bandbreite reicht
von der Festlegung eines Prozessablaufplans bis zur Risikoklassifizierung, von feststehenden Zahlungsbedingungen bis
zur Forderungssicherung und vom Mahnwesen bis zum Reklamationsmanagement. Ein besonders heikler Punkt ist die
Liefersperre. Hier muss genau definiert werden, wann diese Maßnahme ergriffen werden soll – und vor allem, wer
diese Entscheidung trifft.
Der fünfte Punkt der MaCM betrifft die IT-Systeme. Hier muss unter anderem sichergestellt werden, dass es einen
dokumentierten Notfallplan für den Fall gibt, dass die für das Credit Management relevanten Systeme für einen längeren
Zeitraum ausfallen. Letzter Punkt ist die Auditierung. Einmal jährlich sollte eine vom Credit Management
unabhängige Abteilung prüfen, ob die festgelegten Prozesse, Regeln und Kompetenzen auch eingehalten werden.
Zertifizierung
Das Zertifizierungsverfahren übernimmt der TÜV Rheinland. Der Prozess besteht aus verschiedenen Schritten: vom
Informationsgespräch über die Vorbereitung (inklusive einem möglichen Voraudit), der Planung des Audits, dem
eigentlichen Zertifizierungsaudit und der Erteilung des TÜV-Zertifikates bis zu Überwachungs- und Wiederholungsaudits.
Das Zertifikat gilt für drei Jahre.
Die Kosten sind abhängig von der Größe des Unternehmens. Grober Richtwert: Für kleinere Firmen liegt der Preis
zwischen 7.500 und 9.000 Euro, für mittlere Betriebe zwischen 11.000 und 16.500 Euro und für Großunternehmen zwischen
15.000 und 25.000 Euro. Die Hälfte der Kosten wird im ersten Jahr fällig, ein Viertel im zweiten Jahr und ein Viertel
im dritten Jahr.
Vorteile
Welche Vorteile hat ein Unternehmen von der Umsetzung der MaCM? „Es hat interne und externe Vorteile“,
erklärt der VfCM-Vorsitzende Jan Schneider-Maessen. Zum einen könne das Management gegenüber kritischen Aufsichtsräten
und Anteilseignern ein stichhaltiges Konzept zur Unternehmenssicherung vorweisen. Zum anderen steigere das Unternehmen
seine Chancen auf ein besseres Rating bei Banken und anderen Finanzdienstleistern. Die ersten Unternehmen, so
Schneider-Maessen, hätten sich bereits für eine Zertifizierung angemeldet.
Verein für Credit Management
Siemensstraße 31
47533 Kleve
Telefon: 0 28 21 / 77 57 85
www.credit-manager.de
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