Startseite        Branchenbuch Kempten/Allgäu        Karriere        Häufig gestellte Fragen (FAQ)        Impressum        Downloads        Sitemap


  Wir über uns Leistungsspektrum News & Termine Info-Center Mitgliedschaft
 
Info-Center
Fachartikel & Checklisten
Unternehmensführung
Unternehmensfinanzierung
Kreditmanagement
International Business
Wirtschaftsinformationen
Marketing
Recht und Steuern
Forderungsmanagement
Systeme & Beratung
Online-Rechner
Lexikon Forderungsmanagement
Häufig gestellte Fragen
Aktuelle Wirtschaftsforschung
Creditreform Akademie
Kontakt-Center

Anfahrt & Routenplanung
Informationsmaterial anfordern
Rückruf vereinbaren
Ihre Ansprechpartner in Kempten
Kunden werben Kunden
Schuldnerservice

Direktruf: 08 31 / 5 21 94-0
Unsere Geschäftszeiten

 

Startseite Info-Center Fachartikel & Checklisten Forderungsmanagement Betrugsprävention im Zeichen der Krise

Betrugsprävention im Zeichen der Krise

Das Platzen der Blase auf dem US-Immobilienmarkt hat in der zweiten Jahreshälfte 2007 eine Verunsicherung der Weltfinanzmärkte hervorgerufen. 2009 wird für die deutsche Wirtschaft ein sehr schwieriges Jahr. Die Bundesregierung rechnet mittlerweile mit einem Wachstumsminus von 2,25 %, so viel wie noch nie seit dem 2. Weltkrieg. Viele Unternehmen müssen ihre Geschäftserwartungen nach unten schrauben, die Finanzierungssituation der Unternehmen verschlechtert sich. Creditreform rechnet für 2009 mit einem Anstieg der Unternehmensinsolvenzen auf 33.000 bis 35.000 Fälle, ein Plus von 10 bis 15 %.

Im Zuge dieser Entwicklung kommt auch dem Begriff der "Compliance", dem "Einhalten von Verhaltensmaßregeln, Gesetzen und Richtlinien" eine immer größere Bedeutung zu. Denn gerade die aktuelle Krise des Weltfinanzmarktes zeigt, wie wichtig eine funktionierende Compliance, also eine Regelüberwachung, in letzter Konsequenz auch für kleine und mittlere Unternehmen ist. Dabei stellt sich ganz akut auch die Frage, ob die weltweiten Turbulenzen auf den Finanzmärkten auch zu einem Anstieg der Wirtschaftskriminalität und hier speziell zu einem Anstieg von Betrugsfällen bei Finanzdienstleistern führt.

Dieser Ansicht ist das Bundeskriminalamt (BKA). Es erwartet in den kommenden Monaten einen weiteren Anstieg der Wirtschaftskriminalität und in diesem Zuge mehr Fälle von Insolvenzbetrug. Laut Financial Times Deutschland vom 14.11.2008 betrug der registrierte Schaden durch Insolvenzbetrug allein im Jahr 2007 zwei Milliarden Euro.

Ein klassisches Beispiel für Insolvenzbetrug ist die so genannte "illegale Firmenbestattung". Dabei werden zahlungsunfähige Unternehmen aufgekauft, der Firmensitz verlegt und alles Verwertbare veräußert. Das Insolvenzverfahren wird verschleppt und die Gläubiger laufen ins Leere. Weiterhin wird der Firmenname benutzt, um weitere Einkäufe zu tätigen.

In diesem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld sind Lösungsansätze erforderlich, die zweierlei leisten müssen: Sie müssen einerseits in der Lage sein, das Kalkül krimineller Elemente durch die Identifikation typischer Merkmale und Muster zu entlarven. Andererseits müssen sie bei aller Systematik Raum für das Fingerspitzengefühl und die Erfahrung der handelnden Personen lassen. Kurzum: Betrugsprävention zwischen Kalkül und Gefühl.  

Rahmenbedingungen - Was ist zu tun?

Für die Themen Compliance und die Abwehr betrügerischer externer Handlungen sind die aufsichtsrechtlichen Vorschriften einschlägig, mit denen ein integriertes Risikomanagement in den Unternehmen gefordert wird. Hierbei ist insbesondere § 25a Kreditwesengesetz zu nennen, in dem die Existenz eines Risikomanagements gefordert wird sowie § 25c Abs. 1 Kreditwesengesetz, als zentrale Vorschrift für die Bekämpfung von betrügerischen Handlungen.

Während die bank-/unternehmensinternen Risiken (Prozess- und Systemrisiken sowie Risiken durch den Faktor Mensch) aktiv gesteuert werden können, kann auf die Verluste aufgrund von Handlungen mit betrügerischer Absicht, Veruntreuung oder der Umgehung von Gesetzen durch einen Dritten nur in gewissem Maße Einfluss genommen werden.

Gerade hier ist eine effiziente Betrugsprävention wichtig. Es gilt frühzeitig Ungereimtheiten bzw. Betrugsversuche zu erkennen, nicht "Brände" zu löschen.

Mit Prävention gegen die Wirtschaftskrise – Lösungsansätze für effiziente Betrugsprävention

Angesichts der beschriebenen Problematik und der zahlreichen Compliance-Vorschriften bedarf es weiterer Lösungsansätze zu präventiven Maßnahmen. An der Entwicklung dieser Lösungsansätze ist auch Creditreform beteiligt.

Dabei besteht die Aufgabe für Creditreform in der Entwicklung einer Lösung zur Früherkennung derartiger Betrugsfälle, um diese und die daraus resultierenden erheblichen Schäden zu vermeiden. Es gilt, bereits in der Akquisitionsphase von Finanzierungs-/Leasinggeschäften, typische Warnindizien aufzuspüren. Hier kann die Wirtschaftsauskunft bereits in der Antragsprüfung erste datenbasierte Frühwarnindikatoren liefern.

Was kann Creditreform tun?

In enger Zusammenarbeit mit den Automobilbanken und Leasinggesellschaften sowie mit Verbänden (Bankenfachverband, BDL) und Ermittlungsbehörden wurden rund 800 Betrugsfälle untersucht. Hierbei konnten auffällige Veränderungen und Hinweise auf mögliche Betrugsabsichten aufgedeckt werden.

In der Auskunft sollten folgende Bereiche beachtet werden:

  • Gesellschafterwechsel, Geschäftsführerwechsel, Veränderung der Beteilungsstrukturen
  • Umfirmierung
  • Sitzverlegung in jüngerer Vergangenheit
  • Änderung der Geschäftstätigkeit
  • Häufung von Anfragen auf ein Unternehmen in einem begrenzten Zeitraum

Das auffälligste Merkmal war die Häufung von Anfragen auf ein Unternehmen in einem begrenzten Zeitraum. Daher hat Creditreform den Unternehmen der Automobilbanken und Leasingbranche einen Anfragezähler zur Verfügung gestellt, der auf den für Betrugsphänomene üblichen extremen Anstieg an Auskunftsabrufen hinweist.

Lösungsansätze für effiziente Betrugsprävention - Der Anfragezähler von Creditreform

Betrugsprävention von Creditreform

(Zur Vergrößerung klicken Sie bitte auf das Bild.)

Nicht in jedem Fall ist eine betrügerische Absicht im Spiel, wenn der Anfragezähler deutlich erhöht ist. Als Frühwarnindikator ist der Anfragezähler dennoch sehr wertvoll, weil er bereits bei der Antragsprüfung dazu beiträgt, mögliche Betrugsfälle frühzeitig erkennen zu können. Mit dieser Lösung wären ca. 90 % der untersuchten Betrugsfälle rechtzeitig im Antragsverfahren erkannt worden.

Auch Auffälligkeiten innerhalb des Kredit-/Leasingantrages können unter Umständen als Indikatoren für eine betrügerische Handlung herangezogen werden:

  • Investitionstätigkeit und Finanzierungsaktivität sind nicht plausibel
  • Investitions- bzw. Leasingobjekte passen nicht zu Art und Umfang des Geschäftsbetriebes
  • Breit gefächerte Geschäftsfelder
  • Fehlende Einträge in Branchenverzeichnissen, Telefonverzeichnissen, Internet etc.

Es existieren zahlreiche Merkmale, die den Blick für deliktische Handlungen sensibilisieren können. Aus den bisher vorliegenden Erkenntnissen aus der Untersuchung der gemeldeten und identifizierten Betrugsfälle können Ansatzpunkte und typische Betrugsmuster abgeleitet werden. Häufig lässt sich jedoch erst aus der Konzentration diverser Indikatoren und deren Kombination untereinander eine "Betrugsaffinität" ableiten.

Auffällige Merkmale und Warnindizien sollen ein Hinweis beziehungsweise ein Warnsignal sein, Erkundigungen über eine Firma einzuholen und eine vertiefte Prüfung durchzuführen.

Creditreform kümmert sich um Einzelfälle und versucht durch den gezielten Einsatz und die Entwicklung von wirksamen Maßnahmen zu unterstützen, damit Betrugsversuche eingedämmt werden können. Falls mögliche Verdachtshinweise Anlass für eine weitere Prüfung und Recherche geben, kann dies dazu führen, dass die Auskunft angepasst wird. Darüber hinaus arbeitet Creditreform eng mit den Automobilbanken und Leasinggesellschaften sowie mit Verbänden (Bankenfachverband, BDL) und Ermittlungsbehörden zusammen. Wir kümmern uns um Einzelfälle und unterstützen Finanzdienstleister durch die Entwicklung und den gezielten Einsatz von wirksamen Maßnahmen zur Betrugsprävention.

Fazit

Das Beispiel der Betrugsprävention im Leasing zeigt anschaulich, wie durch die kontinuierliche Weiter- und Neuentwicklung von branchenspezifischen Auskunftsprodukten effektive Lösungen für den Gläubigerschutz entstehen.

Eine effiziente Betrugsprävention wird in erster Linie durch transparente Compliance-Vorgaben unterstützt. Diese können im Unternehmen durch präzise Arbeitsanweisungen konkretisiert werden. Darüber hinaus ist die Sensibilisierung der Mitarbeiter bezüglich der Compliance-Vorgaben und der Betrugsprävention unerlässlich. Hier geht es darum, das Gefühl und das Bewusstsein der Mitarbeiter für die Betrugsprävention durch intensive Schulung weiter zu schärfen.

Um Betrugsfälle frühzeitig zu erkennen und auf diese hinzuweisen, sind darüber hinaus systemseitige Unterstützung und die Implementierung von spezifischen Indikatoren notwendig. Einmal gefasste Entscheidungen sind so besser nachvollziehbar. Nur so ist dem kriminellen Kalkül von Betrügern Herr zu werden.

Kontakt

Zur Autorin: Silvia Rohe ist seit dem 1. Januar 2007 Senior Consultant Compliance & Fraud Management beim Verband der Vereine Creditreform e.V. Zuvor war sie 17 Jahre bei der Toyota Kreditbank GmbH als Gruppenleiterin im Bereich Risikomanagement tätig. Zu ihren Aufgaben gehörten darüber hinaus die organisatorische Leitung des Projektes "Basel II" sowie der Aufbau des Bereichs Betrugsprävention.

Möchten Sie mehr über das Projekt Betrugsprävention und Betrugsabwehr oder über die aktuellen Betrugsmuster erfahren? Dann setzen Sie sich bitte mit Ihrer Creditreform Gesellschaft oder direkt mit Silvia Rohe in Verbindung:

Verband der Vereine Creditreform e.V.
Silvia Rohe
s.rohe@verband.creditreform.de
Tel.: 0 21 31 / 1 09 38 62



   Seite: drucken  |  weiterempfehlen  |  verlinken Bookmark and Share
 
Verwandte Themen

 Finanzpraktiken mit kriminellen Begleithandlungen: Der GmbH-Mantelbetrug
 
  Kontakt | | Disclaimer | Datenschutz | Downloads | Sitemap    
       
  © 2011 Creditreform Kempten/Allgäu Winterstein KG | Fürstenstraße 1 | D-87439 Kempten/Allgäu
Tel.: 08 31 / 5 21 94-0 | Fax: 08 31 / 1 84 81 | E-Mail: info@kempten.creditreform.de